Gastbeiträge

Trennungsdingsbums

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Hallo, ich bin Bruno. Ich erzähle euch heute von einer nicht ungewöhnlichen Begebenheit, wie sie anscheinend immer häufiger passiert.

Ich bin ein Trennungskind. Naja wohl eher Trennungshund, aber Hundekind sagt mein Frauchen immer. Aber der Reihe nach.

Ich bin jetzt fast 3 Jahre alt und als kleiner Wollknäul kam ich zu meiner Familie, Herrchen, Frauchen, 3 Streichelbrüder (Kinder) und 4 Kleintiger. Ich habe mich von Anfang an dort sehr wohlgefühlt und habe die Welterkundungen und Schmusestunden immer gerecht auf alle verteilt. Meine Familie war immer für mich da und alle kümmerten sich um mich. Keiner schimpfte, wenn mal wieder ein Socken verschwunden war, oder ein Schuh plötzlich ein Loch hatte. Das war schön! Aber dann kam alles ganz anders,…

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Irgendwann merkte ich, dass Herrchen und Frauchen sich immer mehr stritten und oft dachte ich, ich wäre daran Schuld. Darum versuchte ich mit extremen Liebsein die Stimmung zu verbessern. Ich versuchte sogar die Kleintiger nachzumachen, wie sie den Menschen um die Beine strichen. Das war aber keine gute Idee, denn fast stolperten die über mich. Dafür bin ich wohl doch zu groß.

Aber die Kinder erwiderten meine Schmuseversuche. Wir haben uns dann immer in deren Zimmern versteckt, bis die dicke Luft weg war.

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Aber das Schimpfen mit mir, überhaupt das Gestreite ging weiter und darum versuchte ich mehr auf mich aufmerksam zu machen, markierte ein paar besonders schöne Dinge im Haus oder sprang den Besuch freudig an. Auch das war wohl keine gute Idee, denn Herrchen war sehr ungeduldig mit mir und bestrafte mich mit kurzen, angeleinten Spaziergängen. Plötzlich schlief Frauchen nicht mehr auf der Couch, sondern im Keller…. was hatte ich denn falsch gemacht?

Irgendwann hörte ich das Wort „Scheidung“, das musste ich erstmal googeln und erschreckte mich. Ach so, ich konnte also nichts dafür, dass die Menschen sich immer stritten, aber warum lieben sie MICH jetzt nicht mehr?

Leute ich sage euch, das war eine verdammt harte Zeit für mich. Und ich war oft traurig.

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So auch an dem Tag, als mein Herrchen und mein großer Streichelbruder weggezogen sind. Das ist jetzt ein halbes Jahr her.

Aber es kam auch die Wende! So wurde es ab da doch echt wieder besser.

Herrchen sagte, er wolle sich nicht mehr um mich kümmern und ich durfte im Haus bei Frauchen wohnen bleiben.

Jetzt waren endlich wieder klare Regeln da, keine Streitereien, regelmäßige Spaziergänge, und Frauchen lies mich sogar in ihrem Bett schlafen. Ich bin so froh, dass sie mir Aufgaben gegeben hat und liebe es, wenn sie sich am Wochenende Zeit zum Geocachen nimmt. Dann bin ich mit Feuer Eifer beim Suchen der Dose mit dabei, naja manchmal lass ich ihr den Vortritt, sie soll ja auch mal was finden.

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Mein altes Herrchen sehe ich nur ab und zu. Er ist weiter mein Freund, aber bei ihm Schlafen mag ich dann doch nicht mehr. Das bringt mich durcheinander und dann bekomme ich Bauchweh.

Also ich bin froh, dass es meine Menscheneltern auf die Reihe bekommen haben mit der Trennung und ich jetzt bei einem festen Teil wohne, ohne hin und her!

Es ist alles viel ruhiger geworden, und ich habe verstanden, dass ich mich auf Frauchen immer verlassen kann, sie wird mich immer beschützen und ich vertraue ihr heute mehr als früher.

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Also Freunde: Ohren steif und Pfoten hoch, falls es euch auch so geht! Alles kann gut werden!

Euer Bruno

1 Kommentar

  1. Huhu Bruno…

    Ich bin auch ein Trennungshund und mir hätte ehrlich gesagt nichts besseres passieren können. Ich bin damals bei meinem Herrchen geblieben und dann mit ihm zusammen zu meinem neuen Frauchen aufs Dorf gezogen. Hier ist es viel schöner, alle kümmern sich um mich und mein Frauchen geht jeden Tag lange mit mir raus. Die Zweibeiner streiten sich nicht und so ist das viel, viel schöner.

    Liebe Grüße von uns

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